Energieausweis
Seit dem Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) am 1.Oktober 2007 ist der Energieausweis für Bestandsgebäude ab 1. Juli 2008 Pflicht.

Bei Vermietung, Verpachtung oder Verkauf sind für Wohngebäude, die bis 1965 fertig gestellt worden sind, Energieausweise ab dem 1. Juli 2008 und für jüngere Wohngebäude ab dem 1. Januar 2009 verpflichtend auszustellen.

Die Ausweispflicht für Nichtwohngebäude gilt ab dem 1. Juli 2009.
In öffentlichen Gebäuden mit mehr als 1.000 Quadratmetern Nutzfläche muss dann ein Energieausweis gut sichtbar angebracht werden.

Für Neubauten wurde der Energieausweis bereits im Jahr 2002 eingeführt.
[Quelle Dena]


Bedarfsorientierter Energieausweis
Der Bedarfsorientierte Energieausweis macht Gebäude unterschiedlichster Bauform
in verschiedenen Klimazonen vergleichbar.
Nur der Bedarfsorientierte Energieausweis ermittelt den Energiebedarf anhand der Gebäudehülle und der Anlagentechnik gemäß der Energieeinsparverordnung. Der Bedarfsorientierte Energieausweis lässt den Unsicherheitsfaktor unterschiedlicher Nutzungsgewohnheiten für Heizungswärme- und Warmwasserbezug der Bewohner
außen vor.


Verbrauchsorientierter Energieausweis
Bei dem Verbrauchsorientierten Energieausweis werden die Heizenergie- und die Warmwasserverbräuche der letzten drei Jahre als Kennwerte für den Energieverbrauch verwendet. Um hier unterschiedliche Klimaeinflüsse (strenge Winter, langer Sommer) auszuschließen, erfolgt eine Witterungsbereinigung der Energieverbrauchswerte.
Die unterschiedlichen Nutzungsgewohnheiten der Mieter / Vermieter bleiben als Unsicherheitsfaktor erhalten und können die Einstufung der Energieklasse negativ beeinflussen.
Der Verbrauchsorientierte Energieausweis enthält keine konkreten Modernisierungsvorschläge. Diese sind nur im Bedarfsorientierten Energieausweis enthalten.

Aufnahme der Gebäudedaten
Die Gebäudemaße und der Energieverbrauch dürfen vom Eigentümer zwar selbst erhoben und an den Energieausweis-Aussteller übermittelt werden. Allerdings ist der Aussteller gesetzlich verpflichtet zu überprüfen, ob diese Angaben plausibel sind. Bei der Übermittlung der Daten über ein Internetformular kann diese Prüfung ohne Rücksprache kaum gewährleistet werden. Die Gefahr, dass fehlerhafte Daten zu Grunde gelegt werden, ist in diesem Fall sehr hoch.
Die Deutsche Energieagentur (dena) empfiehlt grundsätzlich eine Vor-Ort-Begehung durch den Aussteller vor der Erstellung des Energieausweises. Auf diese Weise können die Gebäudedaten und der bauliche Zustand des Gebäudes angemessen erfasst und die Modernisierungsempfehlungen präzise ermittelt werden.

[Quelle: dena, Deutsche Energie-Agentur]